Befindet sich Deutschland bereits in einer gefährlichen Abwärtsspirale?

Befindet sich Deutschland bereits in einer gefährlichen Abwärtsspirale?

Ein Artikel von Hans J. Gutjer

(Fachreferent, DJ, Moderator und Vertriebstrainer)

«Die deutsche Wirtschaft befindet sich an der Schwelle zur Rezession». Im dritten Quartal 2019 wird das Bruttoinlandsprodukt, aller Voraussicht nach, noch einmal zurückgehen. Derzeit spricht zwar auch einiges dafür, dass sich die Konjunktur im kommenden Jahr wieder fängt, aber die Prognosen für das Inlandsprodukt sind nicht wirklich erfreulich. Wir rechnen mit einem Minimalwachstum des  Bruttoinlandsprodukts von ca.0,4 Prozent für das laufende Jahr und ca.1 Prozent für das Jahr 2020. Erschwerend kommt hinzu, dass sich in Deutschland die wirtschaftliche Dynamik sehr stark „abgekühlt“

 

Die Zahlen am Arbeitsmarkt unterstreichen diesen Abwärtstrend leider sehr nachhaltig. Im direkten Vergleich zum Vorjahr gibt es zwar weniger Menschen, die Arbeit suchen, aber im bewerteten Zeitraum von Juli 2019-August 2019 ist die Zahl wieder angestiegen. Die konjunkturelle Schwächephase zeigt sich auch im September 2019 sehr deutlich am Arbeitsmarkt. Nach Meinung von führenden Volkswirten, liegen weitere Risiken in einem etwa ungeregelten Brexit, in der US-Handelspolitik und natürlich in der enormen Exportlastigkeit der deutschen Industrie. Streng genommen, können wir davon ausgehen, dass führende Ökonomen für  Deutschland eine technische Rezession erwarten. Eine technische Rezession ist immer dann gegeben, wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes in zwei aufeinander folgenden Quartalen sinkt.

 

Arbeitsmarkt im Überblick – Berichtsmonat September (Monatsende) 2019. Arbeitslose 2.234.030, Arbeitslose SGBIII 808.099, Arbeitslose SGBII 1.425.931. Somit sind derzeit 4.468.060 Menschen in Deutschland erwerbslos, dies entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 6,8 Prozent. Dem gegenüber stehen  787.273 gemeldete offene Stellen.

 

Ein weiterer signifikanter Anstieg von Erwerbslosigkeit ist zu erwarten. Die immer lauter und radikaler werdenden Forderungen nach dem Ende von Verbrennungsmotoren, einem Verbot von Ölheizungen und eine Aufforderung zum Fleischverzicht, mögen dem Klima , zumindest in Deutschland, sehr gut zuträglich sein, sind aber leider mit einer funktionierenden Wirtschaft nur sehr schwer in Einklang zu bringen. Auf eine freie, liberale und demokratisch agierende Gesellschaft wirken solche teilweise weltfremden und ideologisch geprägten Aussagen doch eher befremdlich.

 

Vor allem die Automobilindustrie, unser Motor für Wachstum und Wohlstand, hat mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Probleme der Hersteller erreichen nun nach und nach die Zulieferer. Pessimistische Prognosen gehen davon aus, dass jeder zweite der 1.500 deutschen Autozulieferer in den kommenden Jahren in die Insolvenz schlittern wird.

Führende Unternehmensberater rechnen mit bis zu 100.000 Arbeitsplätzen, die hier direkt betroffen sind. Doch auch die Stahlindustrie und die Chemieindustrie kommen längst nicht mehr mit Kurzarbeit aus. Nicht nur hier, sondern auch in der deutschen „Paradedisziplin“ Maschinenbau werden langfristig tausende Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. Betrachtet man die politische Entwicklung, in Bezug auf den Fleischkonsum, werden hier wohl die nächsten Stellen, in der fleischverarbeitenden Industrie und in der Landwirtschaft, purzeln.

 

Die „Fetten und ruhigen Jahre sind vorbei- Zufriedenheit und Wohlstand gründen aber auf einer funktionierenden Wirtschaft. Eine funktionierende Wirtschaft bedeutet menschliche Sicherheit, Frieden und Wohlstand, deshalb liebe Politiker*innen ist unsere „noch funktionierende“ Wirtschaft an die erste Stelle Ihres Handels zu stellen. Die größte Herausforderung Ihrer Politik besteht darin, eine funktionierende Wirtschaft mit einer sinnvollen und überlegten, nicht ideologisch motivierten Umweltpolitik zu unterstützen und nicht zu bekämpfen. Der aktuelle „Linke Mainstream“ und auch der gegensätzliche „Rechte Populismus“ sind hier nicht sehr hilfreich.

 

«Abschließend bewertet, bin ich der Meinung, dass wir leider bald aus ganz anderen Gründen an Freitagen demonstrieren werden.»

HG/10-17

Detail zum Autor:

Hans J. Gutjer hat in den letzten fünf Jahren, als Leiter einer Schulungsakademie, ca.6.000 Architekt*innen, Ingenieur*innen zum Thema Energieeffizienz geschult, ca.275 Projekte im Bereich Energieeffizienz unterstützend begleitet und in diesem Zeitraum eine Reduzierung von ca.41.500 Tonnen CO2 herbeigeführt.

 

 

 

 

 

 

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