Gedanken: Die erste große Liebe

eine Kolumne von Julia

Die erste große Liebe

… wenn sich der Jugendschwarm zur Raupe entpuppt.

Viele haben ihn. Beinahe alle. DIESEN einen Schwarm aus der Jugend. Angefangen in der Schule, mit Blicken und Hoffnung. Die Hoffnung, dass sich mehr entwickelt verstärkt sich mit jedem Tag, dass endlich jemand den Mut aufbringt, den ersten Schritt zu tun und nicht dabei verletzt zu werden. Doch die Leben beider entwickeln sich in andere Richtungen und man verliert sich aus den Augen für eine sehr lange Zeit.

Viele stehen zu ihrem Schwarm und verfallen immer wieder in Tagträume. Meist, wenn sie unglücklich sind und flüchten sie sich in die perfekte Welt, die hätte sein können. Die bestimmt sicher so gewesen wäre. Es steht außer Frage. Immerhin gaukelt uns unser Gehirn oft schöne Erinnerungen vor und was es nicht erträgt… verdrängt es. Menschen, die z.B. einen schweren Unfall überlebt haben, wissen oft nur noch, dass sie in das Auto gestiegen sind und im Krankenhaus aufgewacht sind.

Der Erste-Hilfe-Versuch eines Passanten, der Benzingeruch, das Blaulicht, die Hektik als die Rettungskräfte eintreffen, der ohrenbetäubende Lärm, denn die Säge der Feuerwehr verursacht hat, als der Patient aus dem zertrümmerten Fahrzeug geschnitten wurde… existiert nicht in der Erinnerung. So ist es mit der Liebe. Wenn die Zeit vergangen ist und das Herz so gut wie möglich geheilt ist, dann denken wir nicht mehr an die schlimmen Dinge. Wir verdrängen sie. So ist es mit Beziehungen. So ist es mit dem Jugendschwarm. Warum ist man eigentlich nicht mit seinem Schwarm zusammengekommen? Was passiert, wenn man sich Jahrzehnte später wieder begegnet? Es gibt zwei Optionen- keine mehr , keine weniger .

1. Die Liebe des Lebens. Der Grund weshalb es nie mit Anderen geklappt hat aber die Erfahrung gebraucht hat um zu realisieren, dass es sich gelohnt hat zu warten. Bei einem Glas Wein an denjenigen gedacht hat, wenn man alleine für sich war. Um dann in Zukunft das Glas Wein gemeinsam genießen zu können. Lachend. Glücklich. Vollends zufrieden.

Der Schwarm hat sich nicht zum wunderschönen Schmetterling entwickelt

2. Der Schwarm hat sich nicht zum wunderschönen Schmetterling entwickelt. Er war in der Erinnerung wie eine Raupe verpuppt. Der Märchenprinz. Die Schale ging auf und herauskam eine Raupe. Man hatte die Person idealisiert. Die Raupe hatte man als Schmetterling in Erinnerung. Wenn die Zweite, nicht so schöne und traumhafte Option eintritt, fällt man in ein kleines Loch. Man geht seine Erinnerungen durch. Grübelt stundenlang. Versucht es, die Erinnerung zu verwirklichen, den Traum fortzusetzen und wird irgendwann weinen. Weil es nicht funktioniert hat. Was sollte man also tun? Die Erinnerung, eine Erinnerung sein lassen. Diese zu genießen aber sich immer wieder zu fragen, ob es dort nicht mehr gäbe. Es gibt nur eine richtige Lösung um es herauszufinden: Es probieren! Wir vergessen viel zu oft, dass wir nur ein Leben haben. Wenn unsere „Raupe“ eine Raupe bleibt, wird das schon einen Sinn haben. Denn vielleicht hat man dafür jemand Anderen übersehen.

 

 

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